9. Oktober 2012 von GHG Greifswald | kein Kommentar
Frisch fertig geworden ist die neue Auflage des “Logbuchs für einen grüneren Konsum und alternatives Leben in Greifswald”. Bereits in der 7. Auflage haben wir für euch Infos und Tipps zusammengestellt, wie, wo und warum ihr mit kleineren und größeren Taten für
ein besseres Leben in Greifswald und der Welt beitragen könnt. Das sei natürlich insbesondere alle Erstis und sonstigen Greifswald-Neulingen ans Herz gelegt, aber die eingearbeiteten Neuerungen können auch für Ur-Greifswalder_innen interessant sein.
Das Logbuch gibt es dann ab morgen (10.10.) auch in gedruckter Form, ab 16 Uhr an unserem Stand beim Markt der Möglichkeiten in der Mensa am Schießwall. Hier könnt ihr uns auch alle möglichen Fragen stellen und erfahren, was die Grüne Hochschulgruppe/Grüne Jugend sonst noch so macht. Weitere Infos über unsere Semestertätigkeiten folgen auch bald in unserem Blog.
Hinweisen möchten wir euch noch auf den Alternativen Stadtrundgang am 19.10. um 14 Uhr. Es gibt dort sicher viele inhaltliche Überschneidungen, ist aber nicht identisch mit unseren Texten und Bildern (und außerdem an der frischen Luft). Treffpunkt ist die Touri-Info am Markt. Und abends gibt’s dann die Alternative Erstiparty im Ikuwo, veranstaltet von einigen Gruppen, die ihr auch im Logbuch wieder findet.
Update 10.10.: Wir wurden auf die aktuellen Öffnungszeiten der NaMiKo hingewiesen: In der Onlineversion des Logbuchs sind sie jetzt aktualisiert, aber in der Printversion noch veraltet. Nicht wundern!
4. Oktober 2012 von Charlotte | kein Kommentar
Arte bemüht sich wieder komplexe, aktuelle Probleme ansprechend zu vermitteln. Diesmal geht es um die Finanzwirtschaft. Eine historische und terminologische Erklärung, die zum grundlegenden Verständnis von Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise beiträgt. Noch bis 9. Okt 2012 in der Mediathek.
Der große Reibach, deutsch oder französisch, 70 Min, 2012
29. September 2012 von Peter | 1 Kommentar
Die Kampagne “Stopt it! – Rassimus bekämpfen, alle Lager abschaffen” hat einen offenen Brief initiiert, der sich an die politischen Verantwortungsträger_innen der Stadt Wolgast und des Landkreises Vorpommern-Greifswald richtet. Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen sorgen sich angesichts rassistischer Drohungen um die Lage der Asylsuchenden im neu eröffneten Flüchtlingsheim in Wolgast – so auch die Grüne Jugend M-V:
Offener Brief vom 28.09.2012
An:
Kreistag des Kreises Vorpommern-Greifswald:
Dr. Kai Krohn, CDU-Fraktionsvorsitzender
Norbert Raulin, SPD- Fraktionsvorsitzender
Marlie Peeger, Linke- Fraktionsvorsitzende
Gregor Kochhan, Grüne- Fraktionsvorsitzender
Wolgaster Stadtvertretung:
Horst Weigler, Fraktion Die Linke
Herr Hämmerling, Fraktion CDU
Heinz-Jürgen Kanehl, Fraktion SPD
Karl-Heinz Martin, Fraktion Bürgergemeinschaft
Reinhardt Plückhan, Fraktion Bürger für Wolgast
Bürgermeister: Stefan Weigler
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Sorge beobachten wir die Entwicklungen rund um die Unterbringung von Flüchtlingen im Wolgaster Stadtteil Nord.
Schon seit Monaten wird von Seiten neonazistischer Gruppierungen Stimmung gegen die kürzlich eröffnete Flüchtlingsunterkunft gemacht. weiterlesen …
27. September 2012 von Wildfuchs | kein Kommentar
Kurz nach der Veröffentlichung der Reportage „Hitlers Manager (3/5) Gustav und Alfried Krupp – die Waffenschmiede“ im Artikel “Die Schattenseite von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach” wurde das YouTube-Konto des Anbietenden(111hektor) gelöscht. Als Begründung wurde folgendes angegeben: „Dieses Video ist nicht mehr verfügbar, weil das mit diesem Video verknüpfte YouTube-Konto aufgrund mehrerer Benachrichtigungen von Drittparteien über eine Urheberrechtsverletzung gekündigt wurde.“ Das YouTube-Fenster wurde erneut verlinkt und die Reportage steht wieder zur Verfügung: http://www.wildwuchs-mv.de/die-schattenseite-von-alfried-krupp-von-bohlen-und-halbach/
26. September 2012 von Wildfuchs | kein Kommentar
In seinem neuen Buch „The Guy’s Guide to Feminism“ stellt der berühmte Soziologe und Maskulinitätsforscher Michael Kimmel auf eine humorvolle Art und Weise die Vorzüge des Feminismus für Männer dar und schafft gleichzeitig den Bogen zur seriösen Auseinandersetzung mit der Materie. Sein Vortrag bei der Heinrich-Böll-Stiftung gibt einen guten Überblick über den Inhalt des Buches und sorgt für gute Laune.
24. September 2012 von Wildfuchs | kein Kommentar
“Dass die Regierung das Volk vertrete, ist eine Fiktion, eine Lüge.”
Leo Tolstoi

Seit Wladimir Putin seine dritte Amtszeit als russischer Präsident angetreten hat, geht er systematisch gegen Bürger_innenrechte vor und wird dafür in Russland von der dortigen Opposition und von Medien in Westeuropa kritisiert.
Seit den letzten Parlamentswahlen besitzt die regierende Partei „Einiges Russland“ keine 2/3 Mehrheit mehr, was die Änderung der Verfassung im „Alleingang“ unmöglich macht. Dennoch spielt sich die „Eine-Partei-Diktatur“ jetzt auf der anderen Bühne ab, nämlich in der Gesetzgebung des Landes, denn die absolute Mehrheit in der russischen Duma hat „Einiges Russland“ immer noch.
Ein Blick auf die Gesetze und Gesetzesänderungen, die in diesem Jahr von der Partei Einiges Russland initiiert und durch das Parlament gebracht wurden, reicht, um die politische Entwicklung im Land zu erkennen. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit, Eingriffe in die Demonstrationsfreiheit und Zensur zeigen einerseits die Schwäche der Regierenden, andererseits die Härte und Verbissenheit, mit der sie gegen die Opposition vorgehen.
Wichtig ist außerdem die Rolle der Kirche, der Justiz und der Wirtschaft zu erwähnen, die die gegenwärtige Regierung stützen. Die russisch-orthodoxe Kirche gilt als Identitätsstifterin für die russische Bevölkerung und hat seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion enormen Zulauf. Der Patriarch pflegt gute Kontakte zu Putin. Seine Wahlempfehlungen, Verurteilung der Opposition sowie zweifelhafte Aufrufe, z.B. zur Unterwerfung unter die Machthaber, angeblich als Gebot Gottes, finden in der Bevölkerung großes Gehör. Die Justiz legt Gesetze regierungskonform aus und genießt die Rückendeckung des Staates. Die Wirtschaft wird zum Teil verstaatlicht und zum Teil zwischen den regierungsfreundlichen Oligarchen aufgeteilt. Diejenigen, die sich quer stellen, landen in Gefängnissen oder gehen ins Exil.
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22. September 2012 von Wildfuchs | 2 Kommentare
Wer auf der Internetseite des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs Greifswald nach der Geschichte seines Namensgebers sucht, wird nicht fündig. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung liefert auch nur etwas magere Darstellung der Vergangenheit:
“Alfried Krupp von Bohlen und Halbach wird am 13. August 1907 in Essen geboren.
Sein Studium an den Technischen Hochschulen in München, Berlin und Aachen schließt er 1934 als Diplomingenieur ab. 1936 tritt er in das Unternehmen Krupp ein, übernimmt im April 1943 die Unternehmensleitung und wird am 29. Dezember 1943 Alleininhaber.
Amerikanische Besatzungstruppen verhaften ihn am 11. April 1945, 1948 wird er vor einem amerikanischen Militärgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Am 2. Februar 1951 kommt Alfried Krupp nach Begnadigung frei.
Erneut übernimmt er im März 1953 die Leitung des Krupp-Konzerns. Am 1. November 1953 beruft er Berthold Beitz zu seinem persönlichen Generalbevollmächtigten.
Der einzige Sohn Arndt von Bohlen und Halbach (1938 – 1986) verzichtet 1966 auf das Erbe. Damit ermöglicht er die testamentarische Übertragung des Unternehmens Krupp auf eine gemeinnützige Stiftung.
Dr.-Ing. E. h. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach stirbt am 30. Juli 1967. Am 1. Januar 1968 nimmt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ihre Tätigkeit auf.”
Die Waffenproduktion, Klüngeleien mit den Nazis, Lex Krupp und Zwangsarbeit werden leider nicht erwähnt. Die vorliegende Reportage fällt nicht besonders kritisch aus, dennoch liefert sie Informationen, die auf der Internetpräsenz des Kollegs sowie der Stiftung nicht zu finden sind. Außerdem kann die Reportage zur Aufklärung der Studierendenschaft über die Schattenseite von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach beitragen.
9. September 2012 von GHG Greifswald | kein Kommentar
In den vergangenen Wochen hat die Zivilgesellschaft in Vorpommern mehrfach deutlich gemacht, was sie von Neonazis und ihrer menschenverachtenden Ideologie hält: nichts.
Am 11. August bildeten mehr als 2000 Menschen eine Menschenkette für Demokratie und Toleranz zwischen Pasewalk und Viereck.
Am vergangenen Montag in Stralsund machten Vertreter_innen der demokratischen Kräfte im Kreistag Vorpommern-Rügen deutlich, dass sie die Pöbeleien, Handgreiflichkeiten und Provokationen der Neonazis nicht weiter ansehen wollen.
Der Kreistag des Landkreises Vorpommern-Greifswald wird am kommenden Montag (10.9.) wieder in der Greifswalder Stadthalle zusammenkommen.
Wir sind weiter der Auffassung, dass die Präsenz der Neonazis von der NPD in einem in Greifswald tagenden Parlament nicht zur Normalität werden darf. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es weiter erforderlich ist, sich aktiv und tatkräftig dem Rassismus, Nationalismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenzustellen.
Wir rufen daher dazu auf, am Montag vor der Kreistagssitzung auf der Treppe vor der Stadthalle ein Zeichen zu setzen. Unter dem Motto „Wir brauchen keine Nazis!“ wollen wir damit zeigen, dass die Neonazis von der NPD in Greifswald und unserer Region nicht willkommen sind. Die Kundgebung beginnt um 14:30 Uhr und wird bis zum Beginn der Kreistagssitzung um 16 Uhr dauern. Kommt zahlreich, mit Freund_innen und Freude!
14. Juli 2012 von GHG Greifswald | kein Kommentar
“Keiner will die Diagonalquerung” titelte ein Leserbriefschreiber in der OZ und möchte die „diagonale Querverbindung” (?) nicht.
Dass dem nicht so ist, sondern dass im Gegenteil viele Greifswalder_innen auf direktem Weg vom Schuhhagen zur Fahrradstraße wollen (und umgekehrt) – und das mit sehr guten Gründen! – müssen und wollen wir zeigen, deutlich machen, propagieren und diskutieren.
Damit wir dies gemeinsam tun können, bitten wir alle, die das Projekt “Umgestaltung der Europakreuzung” gut und unterstützenswert finden, am Donnerstag, dem 19. Juli 2012 um 19 Uhr in den „Roten Salon” im „Hermann“.
Zwei Ziele sollten wir uns stecken:
1. Für uns selbst und alle, die in Greifswald an dieser verkehrspolitischen Entscheidung mitwirken, wollen wir „10 ausschlaggebende Argumente für die Diagonalquerung“ erarbeiten und „10 häufigste Argumente gegen die Diagonalquerung” schlagkräftig widerlegen.
2. In der nächsten Zeit wollen wir durch öffentlichkeitswirksame Aktionen in vielerlei Formaten (critical mass, smart mob, Podiumsdiskussion, Flugblätter, Plakate) ein Klima herstellen, das endlich die “Wende” in der Verkehrspolitik ermöglicht:
Weg von der prinzipiellen Ausrichtung aller Verkehrsmaßnahmen am Auto, hin zu der Erkenntnis, dass wir alle Verkehrsteilnehmende sind: Zu Fuß Gehende, Radfahrende, Auto Fahrende, Kinderwagen Schiebende, Rollstuhl Fahrende, Rollator Schiebende – wir alle sind Verkehrsteilnehmende ohne jegliche Hierarchie. Dies möchten wir auch den Ewig Gestrigen mitteilen, die noch immer von der vollständig autogerechten Stadt träumen, und damit wollen wir alle diejenigen (auch und gerade in der Verwaltung der UHGW) unterstützen, die den für Greifswald anmaßenden Titel “Fahrradhauptstadt Deutschlands” zu einem wirklichen Zustand machen wollen.
Wer zur „Verkehrswende” beitragen möchte: Am Donnerstag, dem 19. Juli 2012, 19 Uhr, ist im „Roten Salon” des „Hermann” die Gelegenheit dazu!
Vielleicht schaffen wir es, uns zu einer BI „Schräg hat Zukunft” zusammenzufinden!
Hannes Richert (GHG), Torsten Wierschin
27. Juni 2012 von Peter | 2 Kommentare
Der Umweltgipfel Rio+20 verlief ernüchternd: 20 Jahre nach der euphorischen Rio-Konferenz zeigt sich, dass die Staaten der Welt nicht bereit sind, die Herausforderungen der multiplen globalen Krisen ernst zu nehmen. Obwohl seit langem klar ist, dass ein Umbau der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklungen bitter nötig ist, spielen die Nationalstaaten die Finanz- und Schuldenkrise gegen die weltweite Armuts-, Ernährungs und Umweltkrise aus. Dem Eingeständnis, dass die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung die Lebensgrundlagen der Menschheit bedroht, folgt die Einschränkung, dass zur Vermeidung von Armut ein Fortschreiten auf dem Wachstumspfad nötig sei, um sich soziale Sicherungen leisten zu können. Eine Green Economy setzt dagegen auf einen grünen Anstrich der Produktionserhältnisse, der seinen Preis hat und für Verteilungsgerechtigkeit keinen Raum mehr lässt. Dementsprechend gibt die Abschlusserklärung von Rio+20 keinen
Aufschluss, wie die globalen Probleme gelöst werden sollen. Neben Lippenbekenntnissen zu einer nachhaltigen Entwicklung wird die Notwendigkeit “ökonomischen Fortschritts” betont, die Einschränkung in Bezug auf die Klimaziele erfordert. Was genau sich verbessern soll bleibt vage, klar ist jedoch, dass es nicht zu Lasten “der Wirtschaft” gehen soll.
Und es ist richtig: im bestehenden Wirtschaftssystem, einer auf Wachstum ausgerichteten Ordnung, sind soziale und ökologische Gerechtigkeit nicht unter einen Hut zu bringen. Einsparungen und Effizienzsteigerungen mögen ökonomisch sinnvoll sein und den steigenden Ressourcenverbrauch bremsen. Jeder daraus resultierende Gewinn wird aber durch ein Gesamtwachstum überkompensiert, frei nach dem Motto “Ich habe ja schon gespart; die dadurch frei werdenden Ressourcen können andernorts sinnvoll eingesetzt werden”. Denn Wachstum ist angeblich nötig, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, sonst leiden nicht nur Unternehmen, sondern die ganze Bevölkerung darunter. Und so wird von weiten Teilen des Politikbetriebs (auch roten und grünen Politiker_innen) am Mantra des “Immer mehr” festgehalten.
Der Ausweg aus der europäische Schuldenkrise soll deshalb ein “Wachstumspakt” sein, wobei meist nur am Rande erwähnt wird, dass er – wenn möglich – irgendwie nachhaltig gestaltet werden solle. Denn die Erfahrungen der letzten 20 Jahre dürften allen deutlich gemacht haben: Ein nachhaltiges Wachstum ist allenfalls punktuell erreichbar, im Großen und Ganzen geht es doch zu Lasten künftiger Generationen
Der Ausweg kann deshalb nur in tiefgreifenden Veränderungen bestehen. Um einen nachhaltigen und gerechten Umbau der Gesellschaft zu erreichen, muss auf eine Vielzahl von alternativen Konzepten zurückgegriffen werden: Schrumpfung, Demokratisierung der Wirtschaft, Solidarische Ökonomie… Und da dies auf Staatenebene nicht erreichbar ist, sind Graswurzelprojekte umso wichtiger. Deshalb freuen wir uns über das Projekt “Sailing for Sustainability” , dass zur Zeit mehrere Ostseestädte ansteuert und unterschiedliche Ansätze für eine echte Veränderung ausprobiert. Die Beteiligten sind Vorreiter_innen eines Gedanken, der sich zusammen mit vielen und vielfältigen Projekten weltweit als Bottom up-Entwicklung durchsetzen muss: If we put humanity before profit and solidarity above competition we can live wonderful lives without destroying our planet.
Bilder: Greepeace, Sailing for Sustainability