Is’ was?! Die Nachhaltigkeitswoche
1. Juni 2012 von Charlotte | 1 Kommentar
Nachhaltigkeit ist eines der neuen gesellschaftlichen Schlagwörter. Durch die inflationäre Verwendung sind Wert und Gewicht dieses Wortes schon etwas zu weit in den Hintergrund gerückt. Jede*r verwendet dieses Wort verschieden und gibt ihm eine andere Bedeutung. Welche praktischen Facetten dieser Begriff hat wollen wir Euch in der nächsten Woche näher bringen.
Schon morgen, am Samstag, den 2. Juni startet die Woche mit einem Recycling Workshop in der Kabutze. Von Montag bis Freitag wird es dann täglich zwei bis drei Veranstaltungen zu den Themen Gentechnik, Konsumkritik, Finanzen, Nahrungsmittel und Landwirtschaft geben. Das offizielle Programm zum stöbern findet ihr hier. Auch die GHG ist Mittwoch und Donnerstag wieder mit zwei Filmabenden zu Gentechnik und Lebensmitteln am Start, die wir hier einmal ausführlicher vorstellen wollen.
Gentechnik – Fluch oder Segen?
Kein Bauer kann mehr ausschließen gentechnisch veränderte Organismen auf seinem Feld zu finden. Hersteller von Lebensmitteln können nicht mehr garantieren ihre Lebensmittel seien frei von gentechnisch veränderten Pflanzen. Nach EU-Recht müssen „verunreinigte“ Futterpflanzen erst über einem Anteil von 0,9% gekennzeichnet werden. Gentechnik ist heute verbreitet, eine Kontrolle nicht möglich. Über Nutzen und Risiken wird viel gestritten.
Im Mittelpunkt der zwei zu vergleichenden Filme des Abends steht das Saatgut und Spritzmittel produzierende Unternehmen Monsanto, dass mit mit seinen Niederlassungen in sechsundvierzig Ländern weltweiter Marktführer für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) ist. Darüber hinaus ist das Unternehmen aber auch eines der umstrittensten der Industriegeschichte. Seit ihrer Entstehung im Jahr 1901 ist die Firma aufgrund der Giftigkeit ihrer Produkte in zahllose Prozesse verwickelt. Es wird heute dafür kritisiert mit Patenten auf Pflanzen, die Kontrolle über Bauern und Nahrungsmittel zu bekommen und dabei immer noch rücksichtslos vorzugehen. Vor allem aber wird den Weltmarktführer vorgeworfen, die Folgen der Gentechnik nicht ausreichend zu erforschen und zu berücksichtigen. Monsanto hingegen behauptet mit Gentechnik seien höhere Erträge möglich, mehr Menschen könnten ernährt werden und präsentiert sich heute als ein Unternehmen der „Wissenschaft des Lebens“, das sich von nun an der nachhaltigen Entwicklung widmet.
Wir zeigen zwei Filme über die weltweite Entwicklung von Gentechnik und ihre Streitpunkte; über: Arbeitsethik, Abhängigkeit, Kontrolle von Nahrungsmitteln durch Patente und die Umwelt.
Der erste Film, „Tote Ernte“, ist zehn Jahre alt, zeigt die schon damals aufgeworfenen grundlegende Fragen auf und begleitet (konventionelle) Bauern, die sich für Ethik einsetzen. Zu Wort kommen der kanadische Farmer Percy Schmeiser, deutsche Bauern und der deutsche Vertreter von Monsanto.
Heute sind die damals kritisierten Techniken zum Standart geworden. Und die Diskussion um Gentechnik hat sich weltweit verstärkt, die Auswirkungen sind überall zu sehen. Welche Entwicklung es heute gibt, hat der zweite Film „Monsanto – mit Gift und Genen“ gut zusammengetragen. Anhand ganz neuer Unterlagen und Aussagen von Bauern sowie Vertretern von Regierungen, Monsanto und verschiedenen Organisationen rekonstruiert der gut recherchierte Film die Entstehungsgeschichte des Industrieimperiums und die Ausbreitung der Gentechnik.
About: Mittwoch, 6. Juni, ab 19:30 in der Steinbeckerstr. 20 (Grüner Laden)
Trailer von Monsanto mit Gift und Genen 
Nahrungsmittel – Nur ein Agrarprodukt?
“Taste the waste” hat im Herbst letzten Jahres für viel Aufmerksamkeit gesorgt und die Kritik am Wegwerfen von Lebensmitteln in Politik und Öffentlichkeit gebracht. Wir wollen diesen viel beachteten Film nun zeigen und Fragen, was sich seitdem getan hat.
Alle von uns haben schon einmal Lebensmittel weggeworfen. Darüber Gedanken gemacht, haben sich die wenigstens. Der Film zeigt die sonst unsichtbare Seite. Er zeigt, wie viel Lebensmittel schon in Produktion und Supermärkten verschwinden. Und die tatsächlichen und möglichen Folgen für Wirtschaft und Umwelt.
Um zu demonstrieren, dass auch Greifswalder Supermärkten noch genießbare Lebensmittel wegwerfen, wird es ein Buffet (Umfang je nach Ausbeute) aus im Müll gefundenen Lebensmitteln geben. Parallel dazu wird es aber auch frisch gekochtes Essen von der “Volks-Küche” geben.
About: Donnerstag, 7. Juni, ab 19:30 (Essen) bzw. 20:30 (Film) in der Goethestr. 1 (IKuWo)
Vorstellung des Films auf 3sat und Interview mit dem Regisseur 
Bildnachweise: Filmplakat Monsanto: http://www.my-hardware.net/wp-content/uploads/2009/04/mitgiftundgenen.jpg
“Zu gut für die Tonne” Kampagne der Bundesministeriums: http://www.bmelv.de/DE/Ernaehrung/Wert-Lebensmittel/ZuGutFuerDieTonne/node.html

1. Mensch und Müll – ein Zyklus - Wildwuchs-MV
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