Alle fünf Jahre ein neuer Drucker
20. Januar 2012 von Charlotte | 1 Kommentar
Drucker sind kein Top Gesprächsthema. Aber sie bereiten im Alltag schnell Probleme. Manchmal streiken sie, manchmal wird ein leerer Tintenstand angezeigt. Und dann dürfen wir neue Tinte kaufen, nur die Originale, versteht sich. Irgendwann hilft auch das nicht mehr und das Gerät ist kaputt. Die Reparatur ist zu teuer, neue weiterentwickelte Produkte für das gleiche Geld schon wieder auf dem Markt. Weil wir das Gerät brauchen und weil wir im Stress sind, kaufen wir ein neues, ohne viele Gedanken daran zu verschwenden, warum es so gekommen ist. Im besten Fall bringen wir den “ausgedienten” Drucker noch zur Sondermüllannahme und stellen ihn nicht einfach auf die Straße, damit sich die Witterung dem als Deko degradierten Gerät annimmt.
Das “aus alt kauf neu”-Phänomen gibt es bei Handys, Kleidung, Glühlampen, Digitalkameras und anderen Elektrogeräten. Sie haben oftmals eine vom Hersteller festgesetzte Lebensdauer. Die Begründung: Durch den Neukauf ist eine stetige Produktnachfrage gesichert, das Unternehmen produziert, die Arbeitsplätze sind gesichert. Über die Entstehung dieser “geplanten Obsoleszenz” und heutige Konsequenzen lief 2011 die Dokumentation “Kaufen für die Müllhalde” auf arte.
Das Problem des nicht enden wollenden Konsums und das Hobby “shoppen gehen” ist aber noch weiter gefächert. Die Zeitspanne von Produktentwicklungen nimmt vor allem im Technikbereich rapide ab. Was heute gekauft wird, ist schon veraltet. Das muss nicht schlimm sein. Da es aber oftmals kaum wirkliche Neuerungen gibt, verkauft sich jede Schönheitskorrektur als Innovation.
Gleichzeitig wird die Produktvielfalt künstlich erhöht. Vor allem in der Technik. Beispiel: Es gibt zwei gleiche Geräte; gleiche Bauweise, gleiche (Hardware-)Ausstattung. Aber sie können nicht das gleiche, weil softwarebedingt nicht alle Funktionen freigeschaltet sind. Bei Computern geht es um Geld, bei Medizintechnik auch noch um Menschenleben. Konsum und Produktion bergen viele (moralische) Probleme. Aber es sollten mehr Menschen darüber nachdenken und reden. Vielleicht könnten Drucker zum neuen Top Gesprächsthema werden.

1. Wildfuchs
Kommentar vom 22. Januar 2012 um 04:03
Eine tolle Dokumentation. Nun ist die Zeit zu handeln.