Für einen mutigen AStA
13. Mai 2010 von Sandro | 14 Kommentare
Die Ereignisse der vergangenen StuPa Sitzung mögen einige verwundert haben, aber sie stehen doch in einem sinnvollen Zusammenhang. Da wird ein erfahrener AStA-Stellvertretender nicht gewählt, obwohl er brav und artig seine Sache im Büro gemacht hat, das Corporate Design vereinheitlicht hat, einen Newsletter ins Leben gerufen hat und allgemein viel Kontakt zu allen Seiten hin gehalten hat.
Es gilt unser gesamter Dank der Arbeit, die Pedro gemacht hat.
Aber vielleicht ist das einfach nicht die Arbeit die viele Stupisten von einem stellvertretenden AStA-Vorsitzenden erwarten würden. Vielleicht wollen sie jemand der andere Schwerpunkte setzt. Vielleicht ist jetzt die Zeit für jemanden, der beim Rektor mal frechere Töne anschlägt und die Landesregierung auch mal unter Druck setzt.
Die Zeit des Bauchpinselns ist vorbei. Das hat der AStA jahrelang versucht und es hat zu der Situation geführt in der wir jetzt sitzen. Eine Bachelorisierung der Universität und der Wegfall der Lehrämter. Ein “Weiter so” ist in dieser Situtation das falsche Signal. Wir brauchen jemanden, der mit frischem Wind und Mut sich dem entgegenstellt, was auf uns zukommt.
Der Vorwurf wir hätten nach Parteibuch abgestimmt ist absurd. Pedro hat sich nie persönlich vorgestellt und so haben wir ihn an seinen Handlungen und unseren Erwartungen bewertet. Da hat sich nie ein einheitliches Bild abgezeichnet. Und genau so wurde bei uns auch abgestimmt. Niemand ist da einem Zwang unterlegen. Das ist meines Wissens auch in den anderen Hochschulgruppen so gewesen.
Wenn Pedro beim Umgang mit den Besetzungen keinen Fehler sieht und sich im Recht wähnt, dann haben vielleicht einige neue im StuPa eine andere Meinung dazu. Das sollte man akzeptieren.
Der Weg scheint frei für einen frischen, frechen AStA.
1. Tweets die New post: Für einen mutigen AStA erwähnt -- Topsy.com
Pingback vom 13. Mai 2010 um 10:19
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Timo Schönfeldt, GHG Greifswald erwähnt. GHG Greifswald sagte: New post: Für einen mutigen AStA http://bit.ly/apckWs [...]
2. Thomas
Kommentar vom 13. Mai 2010 um 12:24
“Pedro hat sich nie persönlich vorgestellt und so haben wir ihn an seinen Handlungen und unseren Erwartungen bewertet. Da hat sich nie ein einheitliches Bild abgezeichnet.”
–> Hättet ihr ihn eingeladen, wäre er sicherlich zu euch gekommen. Welche inhaltlichen Handlungen sind dir – außerhalb seiner Position zum Bildungsstreiks – ein Dorn im Auge?
“Wenn Pedro beim Umgang mit den Besetzungen keinen Fehler sieht und sich im Recht wähnt, dann haben vielleicht einige neue im StuPa eine andere Meinung dazu.”
–> Vielen Bildungsstreiklern (und dir?) ist entgangen, dass der ASTA sich dafür engagiert hat, dass ihr den (noch genutzen?) Raum in der Slawistik erhalten habt! By the way: Die zurückliegende Bildungsstreik-Demo in Rostock wurde maßgeblich durch den AStA geplant, beworben, durchgeführt und finanziert.
“Vielleicht ist jetzt die Zeit für jemanden, der beim Rektor mal frechere Töne anschlägt und die Landesregierung auch mal unter Druck setzt.”
–> Habe ich eine verzerrte Wahrnehmung? Die Studierendenschaft arbeitet gerade gemeinsam mit Stadt, Hochschulgremien und Rektorat gegen die Landesregierung, die Baumaßnahmen und Millionenzahlungen verschleppt, die Lehrerbildung streichen will, hochschulpolitische Eckwerte zu unseren Ungunsten formuliert und das Landeshochschulgesetz ändert. Da machen wir fix noch eine Frontlinie auf? Der AStA arbeitet momentan bzgl. Bologna und vieler anderer Themen
gut mit der Hochschule zusammen. Was passt dir nicht?
3. Peter
Kommentar vom 13. Mai 2010 um 14:54
Dass der AStA den Bildungsstreik teilweise unterstützt ist natürlich gut, aber die erste Reaktion nach der Besetzung hat wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Statt zu unterstützen wurde den Besetzern Dinge vorgeworfen, die einfach FALSCH waren (man verhindere Lehrveranstaltungen), ohne sich darüber inforniert zu haben. Dieser Fehler wurde kein einziges Mal eingestanden, Selbstkritik suchte man vergeblich.
Das ist erschreckend, dass die Vertretung der studentischen Interessen erst mal die eigenenen Leute angreift und sich darüber im Machhinein keine Gedanken macht.
Da dem AStA-Vorsitz nun mal eine herausragende Stellung zukommt, kann ich da Vorbehalte gut verstehen.
Viel mehr wundert es, dass keine Gleichstellungsreferentin gewählt wurde, obwohl mir solche grundlegenden Vorbehalte nicht ersichtlich waren. Aber vielleicht kenne ich die ja einfach nicht und es gab gute Gründe zur Nichtwahl…
4. Fabian
Kommentar vom 13. Mai 2010 um 15:24
“Die Zeit des Bauchpinselns ist vorbei. Das hat der AStA jahrelang versucht und es hat zu der Situation geführt in der wir jetzt sitzen.”
–> Dem kann ich nur widersprechen!
Ich denke, man sollte Pedro nicht für das Verhalten des AStA in der letzten Legistlatur verantwortlich machen. Die Verantwortung lag bei Solvejg, die sich jetzt “still und heimlich” aus der Affäre ziehen kann.
Schon in meiner aktiven Zeit ist mir bewusst geworden, dass sich natürliche politische Differenzen auf die Zusammenarbeit im Team auswirken. Der eine spricht dann gerne mal von Demonstrationen und Protesten und nimmt an diesen auch teil, der andere hält sich zurück und verfolgt seine liberalpolitischen Interessen. Betrachtet man die “Führungsebene” des alten AStA und die hochschulpolitisch herausragenden Referate, so sollte Pedro jetzt nicht als derjenige gelten, der in Zukunft gegen einen “revolutionären AStA” agiert hätte.
Interessant finde ich, das Corinna Kreutzmann mit 23 Stimmen gewählt wurde. War da die Angst doch zu groß, eine handlungsunfähige Exekutive vorzufinden? Hat nicht auch der Finanzer Einfluss auf die Aktionsbereitschaft seines Teams? Ich muss doch sagen, dass mir bei der Planung von Aktionen ein Alexander Harms oder Timo Schönfeldt deutlich konstruktiver zur Seite gestanden haben, als bspw. ein Tim Krätschmann.
Mein Fazit: Liberale Hochschulpolitik führt, wenn überhaupt zu einem finanziell sauberen und politisch neutralen Allgemeinen Studierendenausschuss.
5. Alex K.
Kommentar vom 13. Mai 2010 um 16:34
Na das ist doch mal ein hübscher Kommentar von jemandem, der sich nicht in die Verantwortung traut. Wie wäre es denn mit einer eigenen Kandidatur? Bei solchen Sprüchen erinnere ich mich an die Zeiten, in denen die Grünen sich noch nicht aus den Oppositionsreihen getraut haben, aus Angst man könnte ja Positionen aufgeben müssen und sich plötzlich der Realpolitik ausgesetzt sehen. Wenn ihr euch einen aufmüpfigen und frischen AStA wünscht, dann schickt doch dafür auch einen Kandidaten ins Rennen. Alles andere ist feige!
6. proAStA
Kommentar vom 13. Mai 2010 um 19:46
Für Sandros Dreistigkeit in diesem Bericht gibt es eigentlich keine Worte. Da kommt jemand der einfach mal keine Ahnung von der Arbeit des AStA hat und will Pedros harte, aufopferungsvolle und gute Arbeit FÜR die Studierendenschaft in ein paar einfach Sätzen unter den Tisch kehren.
Das ganze Problem des neuen StuPa ist, dass sie nicht verstanden haben das StuPa und der AStA eine Gemeinschaft sein sollten und nicht verfeindete Parteien.
Wenn ihr denkt das Pedro was falsch macht, dann geht hin und sagt er soll es anders machen oder noch besser erteilt einen Arbeitsauftrag, so wie es eure Aufgabe ist.
Denn für alles was der AStA macht seit letztlich ihr verantwortlich.
7. Thomas
Kommentar vom 13. Mai 2010 um 23:15
@Alex: Bevor die Grünen jemanden in den AStA schicken, der mehr kann als sich um Ökologie zu kümmern, friert eher die Hölle zu.
Für mich haben die Grünen mit diesem Beitasg den Bezug zur Realität der Hochschulpolitik verloren.
8. Sandro
Kommentar vom 14. Mai 2010 um 11:46
Ich denke nicht, dass es zielführend ist hier soviel Porzellan zu zerschlagen. Wir sind alle Teil des Systems und auch du Thomas bist ein Akteur und möchtest dich mit deinen Vorstellungen durchsetzen.
Ich setze vorraus, dass alle die im Parlament vertreten sind sich der Verantwortung bewusst sind und immer und ausschließlich der Studierendenschaft bestes suchen. Nur ist der Weg manchmal ein unterschiedlicher. Über diesen Weg lohnt es sich zu streiten und auf dieser inhaltlichen Ebene bewege ich mich. Kritik an unserem Vorgehen: ja. Persönlich, diffamierende Kritik an Personen, deren Einstellungen gehören nicht hierher und in keine politische Debatte.
Thomas, dich würde wir gerne zu unserem Treffen am Dienstag 19.30 Uhr im Sofa einladen, in dem wir die kommenden Anträge/Bewerbungen durchsprechen und diskutieren.
Sollte es dir nicht möglich sein diesen Termin wahrzunehmen, bin ich sicher finden wir auch eine andere Möglichkeit gemeinsam mal die StuPa Sitzungen vorzubereiten.
9. Sandro
Kommentar vom 14. Mai 2010 um 11:54
PS: Natürlich steht es jedem und jeder offen bei unseren Treffen vorbeizuschauen. Wir freuen uns immer über Anregungen, Meinungen und auch konstruktiver Kritik.
10. Anne
Kommentar vom 14. Mai 2010 um 12:15
Den leidenschaftlichen Einsatz einiger Akteure für jemanden [i.e. Pedro], der ihrer Meinung nach zu Unrecht nicht gewählt wurde, ist im positiven Sinne bemerkenswert (das meine ich wirklich nicht ironisch!). Aber dass ein Nicht-Wähler hier öffentlich Farbe bekennt und seine ganz persönlichen Gründe darlegt, ist auch ein nobler und respektabler Schritt. Mit bissigen und “polemogenen” (um diesen herrlichen Ausdruck mal bei Luhmann zu mopsen) Kommentaren oder rhetorische Schrotkugeln a lá “die Grünen schon immer und überhaupt” verbaut mensch diesen produktiven, fokussierten Diskurs darüber, was StuPisten von einem AStA Vorsitzenden erwarten “dürfen” und was nicht; ob sie z.B. Anforderungen wie “kämpferischer”, “politischer” usw. über das organisatorische Funktionieren hinaus formulieren dürfen, ohne selber für dieses Amt zu kandidieren. Das wäre doch schade.
11. Alex K.
Kommentar vom 14. Mai 2010 um 13:10
@Thomas: Na dann wäre doch was gegen global warming getan – jetzt versteh ich die grüne Strategie
@Anne: Es ist leider immer schwierig Wünsche über etwas zu äußern, von dem man die Grenzen noch nicht selbst ausloten konnte. So sieht es auch mit dem “kämpferischen und frechen AStA” aus. Soll doch mal ein grüner kommen und sagen “mit Verlaub, Herr Rektor, Sie sind ein Arschloch”. Ich find Eure Politik ja eigentlich ganz gut, aber nur wenn Ihr sie auch selber macht und nicht nur von anderen fordert. Der AStA könnte Eure Arena sein! Polemiken sind in Diskursen übrigens durchaus nützlich – Luhmann als konservativer Ängstling konnte das aber natürlich nicht wissen
Chantal Mouffe kann dazu mehr sagen: Agonismus statt Konsens
12. Anne
Kommentar vom 14. Mai 2010 um 13:36
@ Alex K.: Moment mal, dann müsste Sandro erstmal genauer darstellen, was er mit frech(er) und mutig(er) meint. Die unverzügliche Pressemitteilung des AStA, man distanziere sich von dem Audimax-Besetzüngchen, war aus meiner Sicht ein ziemlich deutliches Schwanzeinziehen und hat nach außen hin das fatale Signal abgegeben, dass die Zustände ja gar nicht so schlimm sein können, wenn noch nicht mal die Studenten sich einig sind. Ich erinnere an die mir völlig unverständliche Kooperationsverweigerung bei der Diskussionsrunde zum Grundeinkommen und die Weigerung des AStA, die Urabstimmung zu Arndt zu initiieren (”Ist uns zuviel Arbeit”) – da darf man sich ruhig ein bisschen mehr Politisierung des AStA wünschen, oder nich’?
13. Anne
Kommentar vom 14. Mai 2010 um 13:42
@ Fabian: liberal bzw. neutral heißt ja nicht egal: Meist ist ein Nicht-Agieren oder ein Nicht-Positionieren ja auch eine Positionierung – zu Gunsten des status quo.
Ich war immer wieder enttäuscht, dass das selbst-auferlegte Neutralitätsgebot dazu geführt hat, dass sogar politische Initiativen einiger Studenten ausgebremst wurden – das sollte ein AStA nun wirklich nicht tun!
14. Thomas
Kommentar vom 16. Mai 2010 um 13:25
@ Anne: Welche “Initiativen einiger Studierender” wurden ausgebremst? Gibt es mehr anzuführen als den Bildungsstreik?
Falls du auf Arndt abzielst, dann irrst du und stellst bewusst falsch dar: Es liefen bereits Unterschriftensammlungen für die Durchführung der Urabstimmung mit einem konkreten Abstimmungstext. Der Versuch über den AStA einen anderen Antragstext zu Abstimmung zu stellen, wurde zurückgewiesen – und zwar von der deutlichen Mehrheit der AStA-Mitglieder. Pedro ist da sicher nicht persönlich haftbar.